Bahngelaber
Eine Bahnfahrt kann monoton und langweilig sein, deswegen empfehle ich immer ein Buch mit dabei zu haben. Ärgerlich nur, wenn dann irgendwelche Frevel die Leseruhe stören. In der Regel gibt es 3 verschiedene Arten von Ruhestörern:
1. Aufgestyltes Mädel mit Handy
Total nervtötend. Meistens steigt sie schon telefonierend ein, setzt sich in die Nähe und wischt sich die Frisur aus dem Gesicht. Gesprochen wird über die neuste Mode und warum die Kerle denn so scheiße sind. Das geht dann meist die ganze Fahrt lang so. Sollte aufgelegt werden, so rufen sie gleich die nächste an um übers gleiche Theme zu quatschen. Ich frage mich, ob alle Tussis eine Flatrate haben, oder nur völlig schmerzbefreit sind, was ihre Telefonrechnungen angeht.
2. Echte Hip-Hop Gängstaaa
Hose in den Kniekehlen, breiter Gürtel (mit überdimensionierter Schnalle), eine riesen Diamantimitation am Ohrläppchen und natürlich: rosa Playboy Shirt. Meist sind sie zu zweit und kennen ebenso viele Gesprächsthemen: Frauen und Alkohol. Ich finde es immer wieder amüsant, wenn 15 Jährige sich damit aufplustern angeblich eine Flasche Wodka weg zu ziehen und wöchentlich 3 Frauen zu haben. Ist die Jugend wirklich so verkommen?
3. Rentnerinnen
Alte Frauen entwickeln oft eine sehr penetrante, quäkende Stimme. Dann haben sie noch die Angewohnheit, eine Information in 5 Sätze zu packen, wo selbst einer zu viel gewesen wäre, da das Thema sowieso keinen interessiert. Zudem scheint es nur 4 Themen zu geben: Die Schmerzen im Rücken, den Tod von alten Bekannten, das Leben von Kindern und Verwandten (das eigene ist ja nicht mehr interessant genug) oder den Verfall der Jugend.
Wirklich Schlimm wird es allerdings erst dann, wenn sie einen in das Gespräch mit einbeziehen wollen. Schrecklich, am besten kurz angebunden sein und sich verabschieden. Anstatt aus zu steigen, wechselt man dann einfach das Abteil um sich neben die Hip-Hopper zu setzten. TIPP: Wenn man einfach unhöflich ist, wechselt das Thema schnell auf “Verfall der Jugend”.
Gegen all diese Einflüsse ist kaum an zu kommen. Wenn man aufsteht, weil es einem einfach zu viel wird, wartet meist schon im nächsten Abteil eine andere Gruppe, die es auf einen abgesehen hat. Seit einiger Zeit habe ich das einzig effektive Mittel in solchen Situationen entdeckt: Ohropax!